Schlaganfall – Ursachen & Symptome
Autor: sl_dhnr · Aktualisiert: 14.1.2026
Ein Schlaganfall löst einen großen Schreck für Betroffene und Angehörige aus. Erfahren Sie alles zu Ursachen & Symptomen ► Jetzt lesen!
Inhaltsverzeichnis
- Wie häufig kommt es zu einem Schlaganfall?
- Risikofaktoren für einen Schlaganfall
- Wie ein Hausnotruf Ihnen nach einem Schlaganfall Sicherheit zurückgeben kann
Ein Schlaganfall löst einen großen Schreck für Betroffene und Angehörige aus. In diesem Artikel möchten wir darauf eingehen, was ein Schlaganfall überhaupt ist, welche Risikofaktoren es gibt und was mögliche Ursachen und Auslöser sein für einen Schlaganfall sind. Zudem geben wir praktische Tipps für die Schlaganfallprävention.
Was ist ein Schlaganfall?
Ein Schlaganfall wird in der Medizin auch als Apoplex, Apoplexie, Hirninsult, Hirnblutung oder Gehirnschlag bezeichnet. Dabei handelt es sich im Grunde um eine Erkrankung des Gehirns, wobei es zu einer Störung der Durchblutung und damit zu einem sehr plötzlichen Ausfall gewisser Regionen im Hirn kommt, da diese mit zu wenig Sauerstoff und Nährstoffe versorgt werden.
Was sind Schlaganfall-Symptome?
Grundsätzlich sollten Sie bei dem bloßen Verdacht eines Schlaganfalls sofort den Notarzt rufen, unabhängig davon wie schwer ein Schlaganfall ist, er ist immer ein Notfall.
Typische Symptome sind eine halbseitige Lähmung des Körpers, einseitiges Hängen der Mundwinkel sowie unkontrolliertes Austreten von Speichel und Sprach-, Gefühl- und Sehstörungen. Weitere Symptome können Aufmerksamkeitsstörungen, Schwindel , starke Kopfschmerzen, Verwirrtheit, Panikattacken, ausbreitendes Kribbeln und Übelkeit sein.
Welche Symptome und neurologischen Störungen im individuellen Fall auftreten, hängt immer davon ab, welche Hirnregion betroffen ist. Bei einem sogenannten „stillen“ Schlaganfall handelt es sich um einen leichten Hirnschlag, dessen Auswirkungen keine starken und länger anhaltenden Beschwerden verursacht. Kommt es zu mehreren solcher leichten Schlaganfälle, kommt es auch zu den typischen Symptomen.
Grundsätzlich unterscheiden sich die Anzeichen eines Schlaganfalls nicht bei Männern und Frauen, jedoch zeigen Frauen häufiger untypische Beschwerden, die auf den ersten Blick, nicht unbedingt auf einen Schlaganfall hindeuten. Zu diesen Symptomen zählen beispielsweise Verwirrtheit, starke Müdigkeit , Lethargie und allgemeine Schwäche. Zudem können Gliederschmerzen, Brustschmerzen und Übelkeit auftreten.
Mit dem sogenannten FAST-Test lässt sich schnell und einfach überprüfen, ob es sich um einen Schlaganfall handelt:
| Buchstabe | Bereich | Test | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| F | Gesicht | Versuchen Sie zu lächeln. | Ist das Gesicht dabei einseitig verzogen, kann es sich um eine Halbseitenlähmung durch einen Schlaganfall handeln. |
| A | Arme | Strecken Sie die Arme gleichzeitig nach vorne und drehen Sie die Handflächen nach oben. | Kommt es dabei zu Problemen, liegt wahrscheinlich eine unvollständige Lähmung einer Körperhälfte vor, verursacht durch einen Schlaganfall. |
| S | Sprache | Sprechen Sie einen einfachen Satz nach. | Ist dies nicht möglich oder die Stimme klingt verwaschen, kann eine Sprachstörung infolge eines Schlaganfalls vorliegen. |
| T | Zeit | X | Rufen Sie schnellstmöglich den Notarzt! |
Oftmals kündigt sich ein Schlaganfall durch eine sogenannte transitorische ischämische Attacke an. Dies meint eine vorübergehende Minderdurchblutung des Gehirns, die ebenfalls sehr plötzlich auftritt. Hierbei kann es zu ähnlichen Symptomen kommen, wie bei einem echten Schlaganfall, der Unterschied ist jedoch, dass diese Symptome nach spätestens 24 Stunden wieder verschwunden sind. Dies ist ein eindeutiger Hinweis auf einen kommenden Schlaganfall, bitte nehmen Sie diese Vorboten ernst!
Was sind die Ursachen für einen Schlaganfall?
Nach einer Schlaganfall-Diagnose ist die Klärung der Ursachen ein sehr wichtiger Schritt in der medizinischen Vorgehensweise. Hierbei wird zunächst zwischen 2 Ursachen unterschiedliche:
- Durchblutungsstörung im Gehirn (ischämischen Schlaganfall)
- Hirnblutung (hämorrhagischen Schlaganfall)
Der ischämische Schlaganfall kommt mit 80-85 % deutlich häufiger vor als der hämorrhagische Schlaganfall. Dabei kommt es zur Verstopfung einer Arterie im Gehirn (Arteriosklerose), mit einer unterbrochenen Blutzirkulation, verursacht durch ein Blutgerinnsel oder eine Verkalkung der Gefäße. Dadurch können die Areale im Gehirn nicht mehr mit ausreichend Sauerstoff versorgt werden und Hirnzellen sterben in kurzer Zeit ab. Eine Arteriosklerose hat verschiedene Auswirkungen zur Folge.
Bei einem hämorrhagischen Schlaganfall tritt eine Blutung im Gehirn durch einen Riss in der Gefäßwand auf. Gründe für diese Blutung sind beispielsweise eine Gerinnungsstörung, eine Gefäßmissbildung oder Bluthochdruck.
Wie häufig kommt es zu einem Schlaganfall?
In Deutschland erleiden jährlich circa 270.000 Menschen erstmalig einen Schlaganfall und es kommt zu 70.000 wiederholten Schlaganfällen. (1) Zudem steigt das Risiko für einen Schlaganfall steigt im erhöhten Alter.
Risikofaktoren für einen Schlaganfall
Es gibt Faktoren, die das Risiko für einen Schlaganfall deutlich erhöhen. Schalten Sie diese Risikofaktoren aus, kann das Risiko für einen Schlaganfall um bis zu 70 % gesenkt werden. Zu den häufigsten Risikofaktoren, die einen Schlaganfall begünstigen, zählen Bluthochdruck, Diabetes, hohe Cholesterinwerte, Herzerkrankungen, verengte Halsschlagadern, Rauchen, chronischer Stress, ein übermäßiger Alkoholkonsum, Übergewicht und Bewegungsmangel.
Ein dauerhaft erhöhter Blutdruck gilt als größter Risikofaktor für einen Schlaganfall, da es so zu Schäden an den Gefäßwänden kommen kann. Eine geschädigte Gefäßwand erhöht dann wiederum das Risiko für eine Verkalkung der Arterien. Auch die Cholesterinwerte spielen bei einem ischämischen Schlaganfall eine Rolle, da sich das Cholesterin an den Gefäßwänden anlagert und diese dadurch verengen oder vom Blutstrom mitgerissen werden können und in kleineren Hirnarterien stecken bleiben. In diesem Fall kann ebenfalls ein Schlaganfall ausgelöst werden.
Bei der Erkrankung Diabetes mellitus werden die Gefäßwände angegriffen, was eine Durchblutungsstörung begünstigt und somit einen Schlaganfall auslösen kann. Auch eine verengte hirnversorgende Halsschlagader kann ein Risikofaktor für einen Schlaganfall darstellen. Dieses Risiko lässt sich mit einer einfachen Ultraschalluntersuchung feststellen und bewerten.
Bei regelmäßigem Rauchen werden die Blutgefäße geschädigt und somit das Risiko für einen Schlaganfall erhöht. Übergewicht in Kombination mit zu wenig Bewegung erhöhen das Risiko für Diabetes und erhöhten Blutdruck und somit automatisch auch für einen Schlaganfall.
Es gibt aber auch Risikofaktoren, auf die Sie keinen Einfluss haben, wie beispielsweise vererbte Blutgerinnungsstörungen, hierbei verklumpen die Blutplättchen oder es treten Risse in den Gefäßen auf. Auch Herzerkrankungen wie Vorhofflimmern gehören zu den Risikofaktoren für einen Schlaganfall.
Wie ist das Leben nach einem Schlaganfall?
Nach der Diagnose Schlaganfall verändert sich für Betroffene oftmals einiges im eigenen Leben. Zum einen, da es durch einen Schlaganfall zu körperlichen sowie geistigen Behinderungen, aber auch, da es zu einer Wesensveränderung oder starken Ängsten kommen kann.
Die Folgen nach einem Schlaganfall sind sehr unterschiedlich. Während einige bereits mit den einfachsten Dingen im Alltag auch nach abgeschlossener Reha zu kämpfen haben, sind andere nur zeitweise in gewissen Fähigkeiten eingeschränkt.
Je nach Schweregrad des Schlaganfalls können keine bis sehr schwerwiegende Einschränkungen bestehen – circa 70 % der Betroffenen leiden an Langzeitfolgen durch einen Schlaganfall, wie beispielsweise Sprachstörungen, Sehstörungen, Gangunsicherheit oder einer halbseitigen Lähmung. Weitere Folgen eines Schlaganfalls können Aufmerksamkeitsstörungen, wie eine mangelnde Konzentrationsfähigkeit oder Störungen der Sinnesempfindungen, hierbei können Betroffene nicht mehr Kälte und Wärme wahrnehmen oder unterscheiden, sein. Auch ein schwaches Immunsystem kann die Folge eines Schlaganfalls sein, in diesem Fall können bereits harmlose Infektionen eine Gefahr darstellen.
Ein Schlaganfall kann sich auch auf die Persönlichkeit von betroffenen Personen auswirken sowie auf die psychische Verfassung, da beispielsweise große Angst vor einem erneuten Schlaganfall besteht. Zu einer Änderung in der Persönlichkeit kann es kommen, wenn Hirnregionen des Frontal- und Temporallappens geschädigt wurden.
Grundsätzlich gehen die Stimmungen in zwei Richtungen, diese nennt man das Minus-Syndrom und das Plus-Syndrom. Bei dem Minus-Syndrom ist der Temporallappen betroffen und Betroffene spüren oftmals Antriebslosigkeit, Desinteresse und Lethargie. Beim Plus-Syndrom ist der rechte und linke Frontallappen betroffen und Betroffene spüren oftmals starkes Misstrauen, Aggressivität und Impulsivität.
Das Leben nach einem Schlaganfall stellt oftmals auch Angehörige vor eine große Herausforderung, da sie als Unterstützung fungieren, aber gleichzeitig die Selbstständigkeit beim Betroffenen aufrechterhalten möchten.
Tipps zum Vorbeugen von Schlaganfällen
Ein Schlaganfall hat die verschiedensten Ursachen und kann nicht immer verhindert werden. Jedoch können einige Risikofaktoren ausgeschaltet werden und somit die Wahrscheinlichkeit für einen Schlaganfall minimiert werden. Im Folgenden stellen wir Ihnen einige Tipps zur Prävention von Schlaganfällen vor:
Tipp 1: Lassen Sie Ihren Blutdruck regelmäßig kontrollieren und erhöhten Blutdruck durch entsprechende Maßnahmen senken.
Tipp 2: Lassen Sie Ihren Blutzuckerspiegel regelmäßig kontrollieren und achten Sie bei Diabetes mellitus auf eine intensive und schnelle Behandlung.
Tipp 3: Beugen Sie hohen Cholesterinwerten durch eine ausgewogene und ballaststoffreiche Ernährung vor.
Tipp 4: Verzichten Sie auf Rauchen.
Tipp 5: Bewegen Sie sich ausreichend und beugen Sie Übergewicht vor.
Schlaganfall erlitten – besteht Wiederholungsgefahr?
Ein erlittener Schlaganfall ist ein Risikofaktor für einen weiteren Schlaganfall. Circa 40 % der Betroffenen erleiden in den darauffolgenden 10 Jahren erneut einen Schlaganfall – insbesondere in den ersten 6 Monaten nach einem Schlaganfall liegt ein erhöhtes Risiko vor. Das Risiko für einen weiteren Schlaganfall ist stark davon abhängig, inwieweit Sie die beeinflussbaren Risikofaktoren ausschalten und einer entsprechenden Behandlung folgen.
Bei einer Minderdurchblutung erhalten die meisten Betroffenen einen sogenannten Blutverdünner, sodass ein erneutes Verstopfen der Gefäße entgegengewirkt werden kann. Betroffene mit Vorhofflimmern erhalte gerinnungshemmende Medikamente, diese blockieren den Prozess der Blutgerinnung.
Wie ein Hausnotruf Ihnen nach einem Schlaganfall Sicherheit zurückgeben kann
Da ein erhöhtes Risiko für einen weiteren Schlaganfall besteht, können Hausnotrufe eine große Unterstützung in Ihrem Alltag sein. Sie geben Ihnen Sicherheit zurück und nehmen Ihnen die Angst vor fehlender Hilfe in einer möglichen Notsituation. Gerne beraten wir Sie ausführlich und unterstützen Sie in Ihrem Alltag.
Ein Hausnotruf kann im Notfall leben retten!
Sie möchten sich im eigenen Zuhause & auch mobil sicherer fühlen? Gerne begleiten wir Sie auf diesem Weg und unterstützen mit unseren Hausnotrufsystemen.
(1) Schlaganfallhäufigkeit und Versorgung von Schlaganfallpatienten in Deutschland – Autoren : Heuschmann, P., O. Busse, M. Wagner, M. Endres, A. Villringer, J. Röther et al. – Publikation : Aktuelle Neurologie, 37.07 (2010), 333–40 – DOI : 10.1055/s-0030-1248611