Sturzprophylaxe: Stürze im Alter verhindern

Autor: sl_dhnr · Aktualisiert: 30.4.2025

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Inhaltsverzeichnis

  • Was sind die Ziele einer Sturzprophylaxe?
  • Eine sichere & barrierefreie Umgebung schaffen
  • Bestehende Medikation prüfen
  • Anschaffung eines Hausnotrufs mit Sturzerkennung
  • Bewegung in den Alltag integrieren

Grundsätzlich besteht ein gewisses Sturzrisiko für jeden Menschen, im fortschreitendem Alter erhöht, sich dieses Risiko jedoch und auch die Angst vor einem möglichen Sturz steigt. Durch diese Angst geraten viele Menschen in einen gefährlichen Kreislauf, da sie bewusst Bewegung vermeiden, was wiederum das Sturzrisiko weiter erhöht und die Lebensqualität stark einschränken kann.

Gerade deshalb ist es so wichtig, sich mit dem Thema Sturzprophylaxe intensiv auseinander zusetzen. In unserem Ratgeber erhalten Sie alle wichtigen Informationen zum Thema und Maßnahmen zur Prävention von Stürzen.

Was ist eine Sturzprophylaxe?

Mit Sturzprophylaxe ist ein aktives Vorbeugen vor Stürzen gemeint, das durch verschiedene Maßnahmen erreicht werden kann. Eine sehr effektive Methode Stürzen im Alter vorzubeugen ist es, körperlich fit zu bleiben. Daher empfiehlt es sich, regelmäßig Bewegung in den Alltag zu integrieren. Aber auch ein bestimmtes Verhalten und eine sichere Wohnsituation können das Risiko eines Sturzes im Alltag minimieren.

Zu den wichtigsten Maßnahmen zur Sturzprävention zählen:

  • Eine sichere und barrierefreie häusliche Umgebung sicher und barrierefrei zu schaffen
  • Die Prüfung der bestehenden Medikation
  • Die Anschaffung von technischen Hilfsmitteln
  • Eine regelmäßige Durchführung von speziellen Übungen

Was sind die Ziele einer Sturzprophylaxe?

Im Alter lässt das Gleichgewichtsvermögen oftmals nach und die Muskelkraft ist verringert, dadurch werden die meisten Menschen auch anfälliger für Stürze. Die Maßnahmen der Sturzprophylaxe haben das Ziel, Sturzrisikofaktoren zu erkennen und zu beheben, um so Stürze im Alter weitestgehend zu vermeiden. Dabei liegt der Fokus auf einer sicheren Umgebung und die Erhaltung der Muskeln und des Gleichgewichts.

Wann besteht ein erhöhtes Sturzrisiko?

Im fortschreitendem Alter entwickelt sich nicht selten eine Angst vor einem Sturz und statistisch gesehen, ist diese Angst oftmals auch begründet. Circa 30 % der über 65-jährigen Menschen, die Zuhause leben, stürzen einmal pro Jahr.

Im Alter verändert sich der Körper, die Muskeln werden schwächer, die eigene Sehkraft nimmt ab, der Gleichgewichtssinn lässt nach und die Konzentration ist nicht selten verringert. Dadurch wächst auch das Sturzrisiko. Dazu kommt, dass der Heilungsprozess im Alter deutlich langsamer fortschreitet.

Zu den Folgen eines Sturzes können Knochenbrüche, Prellungen oder Verstauchungen zählen, aber auch psychische Folgen sind nicht selten. Viele betroffene Personen entwickeln eine starke Angst vor einem erneuten Sturz und nehmen daher eine Art Schonhaltung heißt. Das heißt, sie bewegen sich deutlich weniger und verlieren so langfristig an wertvoller Lebensqualität. Senioren, die zuvor selbstbestimmt gelebt haben, könnten nach einem unglücklichen Sturz möglicherweise ihre Eigenständigkeit verlieren, da sie danach auf fremde Hilfe angewiesen sind.

Um festzustellen, ob ein erhöhtes Risiko für einen Sturz vorliegt, beantworten Sie die folgenden Fragen. Lautet die Antwort mindestens einmal “ja”, besteht ein erhöhtes Sturzrisiko.

  • Sind sie schon einmal gestürzt?
  • Leiden Sie (gelegentlich) unter Schwindel ?
  • Nehmen Sie verschiedene Medikamente ein?
  • Liegt bei Ihnen eine Sehstörung vor?
  • Benötigen Sie eine Gehhilfe?

Maßnahmen zur Sturzprophylaxe

Um Stürze im Alltag zu verhindern, muss zunächst geschaut werden, welche individuellen Risikofaktoren bei Ihnen vorliegen. Anhand dieser Risikofaktoren müssen die entsprechenden Maßnahmen zur Sturzprophylaxe angepasst sein.

Zu den häufigsten Ursachen eines Sturzes zählen:

  • Störung des Gleichgewichts
  • Allgemeine Schwäche durch beispielsweise Mangelernährung
  • Sehstörungen durch beispielsweise eine Augenerkrankung
  • eingeschränkte Bewegungsfreiheit
  • Medikamente, die Schwindel verursachen
  • Erkrankungen, die Schwindel begünstigen
  • bestehende Angst vor einem Sturz

Für die Sturzprophylaxe gibt es verschiedene Maßnahmen, die sich auf verschiedene Bereiche beziehen. Dazu zählen Maßnahmen, die

  • direkt das Verhalten der Person betreffen
  • die Einnahme von Medikamenten betreffen
  • Anpassungen in der häuslichen Umgebung betreffen

Eine sichere & barrierefreie Umgebung schaffen

Eine wichtige Maßnahme innerhalb der Sturzprophylaxe ist die Schaffung einer sicheren und barrierefreien häuslichen Umgebung, denn so senken Sie Ihr Sturzrisiko langfristig. Bei einer sicheren Wohnraumanpassung müssen Sie nicht zwangsläufig große bauliche Maßnahmen ergreifen, oftmals sind kleine Anpassungen bereits ausreichend. So können beispielsweise zu schlechte Lichtverhältnisse, Stolperfallen oder zu hohe Betten schnell die Sturzgefahr erhöhen.

Zu den kleinen Anpassungen in Ihrem Wohnraum, die eine Sturzgefahr minimieren, zählen:

  • Schaffen Sie gute Lichtverhältnisse und installieren Sie beispielsweise Lampen mit Bewegungsmeldern
  • Wählen Sie ein Bett und Sitzgelegenheiten so aus, dass immer ein leichtes Aufstehen und Hinsetzen möglich ist
  • Beseitigen Sie konsequent Stolperfallen, wie beispielsweise herumliegende Kabel am Boden und markieren Sie Stufen auffällig
  • Platzieren Sie rutschfeste Unterlagen im Bad und bringen Sie Haltegriffe als Gehhilfen im Bad oder Flur an

Zu den umfangreichen Wohnraumanpassungen zählen Maßnahmen, die der häuslichen Barrierefreiheit dienen. Diese Maßnahmen sind meist etwas aufwendiger und auch kostspieliger.

Barrierefreie Umbaumaßnahmen können beispielsweise das Badezimmer betreffen, da es hier schnell rutschig und somit gefährlich sein kann. Eine Maßnahme kann je nach Wunsch der Umbau einer Badewanne zur Dusche oder der Einbau einer Sitzbadewanne sein.

Weitere Möglichkeiten sind der Einbau eines Treppenlifts oder von barrierefreien Türen, zudem der Abbau von Schwellen im Wohnbereich. Hier zu können Sie den Zuschuss der Pflegekasse für sogenannte wohnumfeldverbessernde Maßnahmen in Höhe von bis zu 4.000 Euro pro Maßnahme nutzen.

Bestehende Medikation prüfen

Nicht selten nehmen Senioren im fortschreitenden Alter verschiedene Medikamente ein. Blutdrucksenkende oder entwässernde Medikamente, aber auch Beruhigungsmittel oder Antidepressiva können das Sturzrisiko erhöhen, da sie Schwindel auslösen können. Nehmen Sie fünf oder mehr verschiedene Medikamente gleichzeitig ein, besteht ebenfalls ein erhöhtes Sturzrisiko.

Beruhigungsmittel oder auch Schlaftabletten werden meist abends eingenommen, oftmals werden sie aber nicht vollständig abgebaut bis zum nächsten Morgen. So kann es vorkommen, dass Rückstände dafür sorgen, dass Betroffene nach dem Aufstehen sich noch etwas benommen fühlen und eben schwächer auf den Beinen sind.

Sobald Sie bemerken, dass gewisse Medikamente für einen unsicheren Gang sorgen und somit Ihr Sturzrisiko erhöhen, sollten Sie mit Ihrem Arzt über die Medikation sprechen.

Anschaffung eines Hausnotrufs mit Sturzerkennung

Hausnotrufe mit eingebauter Sturzerkennung können Ihnen bei einem erhöhten Sturzrisiko zu deutlich mehr Sicherheit verhelfen. Hausnotrufe sorgen im Alltag dafür, dass Sie sich sicher fühlen können, wodurch Sie weniger Angst vor einem möglichen Sturz haben müssen. Durch das Gefühl der Sicherheit kann Ihre Lebensqualität zudem erhöht werden und Sie können sich wieder auf die Dinge im Alltag konzentrieren, die Ihnen Freude bereiten.

Ein Notruf mit zusätzlicher Sturzerkennung kann ruckartige Bewegungen, die von fehlender Bewegung gefolgt werden erkennen. In diesem Fall wird automatisch die Notrufzentrale alamiert und Ihnen wird zur Hilfe geeilt. Dies kann dann sinnvoll sein, wenn Sie sich nach einem Sturz so verletzt haben, dass Sie den Notrufknopf nicht mehr selbst drücken können. Bei einem Fehlalarm können Sie ganz einfach Entwarnung geben.

Bewegung in den Alltag integrieren

Im fortschreitenden Alter trägt Bewegung im Alltag trägt grundsätzlich zu Ihrem Wohlbefinden bei, natürlich nur dann, wenn diese schmerzfrei möglich ist. Regelmäßige Bewegung und insbesondere Übungen, die Ihre Muskelkraft, Koordination, Beweglichkeit und Ihr Gleichgewicht fördern, kann dafür sorgen, dass Ihr Sturzrisiko minimiert wird.

Sie können versuchen regelmäßige Bewegung in den Alltag zu integrieren, indem Sie bewusst Spazieren gehen oder beispielsweise Ihren Einkauf selbst erledigen – immer angepasst an Ihre Möglichkeiten und denken Sie daran den Spaß an der Bewegung nicht zu verlieren. Im folgenden haben wir für Sie 3 sinnvolle Übungen aufgelistet:

Übung 1: Eine beliebte Gleichgewichtsübung für einen festen Stand ist der Wechsel zwischen dem Fersenstand und dem Zehenstand. Während dieser Übung sollten Sie in der jeweiligen Position kurz verharen und dabei Spannung halten.

Übung 2: Eine weitere Übung, dieses Mal im Sitzen, stärkt insbesondere die Muskulatur Ihrer Arme. Setzen Sie sich für diese Übung gerade auf einen Stuhl und halten Sie mindestens 10 Zentimater Abstand zur Stuhllehne. Nehmen Sie zwei Hanteln oder allternativ auch zwei gefüllte Flaschen in die Hand und bewegen sie diese mit gebeugtem Ellbogen von Ihrer Brust nach unten und wieder zurück.

Übung 3: Oftmals haben Menschen im erhöhten Alter Probleme mit dem Aufstehen und Hinsetzen. Für diese Übung setzen Sie sich einfach hin und stehen direkt wieder auf. Wiederholen Sie dies je nach Möglichkeit mehrmals am Tag für jeweils 5 bis 10 Mal. Sollten Sie im Alltag einen Rollator nutzen und Sie fühlen sich bei dieser Übung nicht zu 100 % sicher, können Sie Ihren Rollator als Hilfsmittel für diese Übung nutzen.

Kennen Sie schon unsere Hausnotrufsysteme?

Ein Hausnotruf kann Ihnen das Gefühl der Sicherheit und Selbstbestimmtheit zurückgeben. Gerne begleiten wir Sie auf diesem Weg und unterstützen mit unseren Produkten. Unsere freundlichen Berater beantworten Ihnen jede Frage.

Quellen:

  • https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/politik/hausaerzte-trittsicherheit-sturz-geriatrie-alter-100.html
  • https://www.aerzteblatt.de/archiv/47870/Sturzpraevention-bei-Senioren-Eine-interdisziplinaere-Aufgabe
  • https://de.statista.com/statistik/daten/studie/285610/umfrage/sturzrisiko-von-maennern-und-frauen-nach-altersgruppe/